wie ist es entstanden

Mein Weg Across the Universe
Für alle, die ihre Träume leben wollen. Und alle working moms...

Ich bin ja wirklich sehr gerne selbständig und das seit 2003, ursprünglich als Werbegrafikerin. Viel Arbeit in diversen Werbeagenturen für verschiedenste Branchen. Ich habe von meinen Kollegen gelernt, interessante Freunde gefunden, die eine oder andere Party besucht und bin in jeder freien Minute gereist. Schön war das.

Und dann kamen die Kinder, heute 4 und 6 Jahre alt, natürlich liebe ich sie heiß. Was für eine Erfahrung. Aber karrieremäßig war das nicht so der Hit. Ganztags freelancen ging nicht mehr, also zwischen Wäschebergen und Einkaufen, Abholen, Kochen ein paar eigene kleine Kunden betreuen und zuschauen, wie mein Einkommen auf ein Drittel schrumpft. Ich musste meine Prioritäten neu ordnen, geduldiger werden, mehr dem Flow vertrauen. Mit zwei Kindern voller Bedürfnissen kann man seine Aufgaben nicht mehr tageweise nach Plan abarbeiten, geht einfach nicht. Die todo-Liste ist jetzt eher für einen ganzen Monat und wenn es gerade passt, wird etwas erledigt. So weit, so gewöhnungsbedürftig. Dafür hatte ich aber noch nie so viel Zeit mit Kindern und ihren Müttern, der Natur und mit meinen Gedanken, die ohne den Stress im Büro frei fließen konnten. Kreative brauchen Muße, keine 12-Stunden-Tage, das habe ich in dieser Zeit verstanden.

In der zweiten Schwangerschaft habe ich noch ein Diplom in Interior Design gemacht, diese Karriere hat aber auch nicht unbedingt einen kometenhaften Start hingelegt im Kindergarten-Kosmos. Nach dem Tod meiner Mutter und zwei Schwangerschaften samt jahrelangem Schlafentzug war ich ständig müde und antriebslos und fragte mich ob ich noch jemals etwas Interessanteres machen würde als Wäsche waschen und Spielzeug wegräumen. Ich bekam stressbedingte Leiden wie wochenlang Angina, Sehnenscheidenentzündung, Migräne und Schlafprobleme. Willkommen in der Midlife-Crisis! Ich begann bei einem Shiatsu-Therapeuten eine Therapie und begann die Vergangenheit, die Gegenwart und alle meine Beziehungen zu hinterfragen. Und als er mir einmal die Hand auf den Rücken gelegt hat, habe ich das erste Mal Energie körperlich gespürt. Es war so ein schönes Aha-Erlebnis, Wahnsinn. Alles war nur noch warm und Licht und Liebe. Ich war mein Leben lang skeptisch und habe Religion, Glauben und Esoterik nicht verstanden. Nie etwas gespürt und deshalb auch an nichts geglaubt. Nach diesem Erlebnis bin ich dann aber sehr neugierig geworden, was es da noch alles zu entdecken gibt. Und dank der Karenzen konnte ich mich auch erstmals in meinem Leben in Ruhe mit mir und meinem Unterbewusstsein beschäftigen.

Ich fing an Bücher und Videos zum Thema Schamanismus und Energiearbeit zu studieren, ließ mich von mehreren Heilern behandeln und baute mir meine eigene Rahmentrommel. Dann begann ich für Freunde zu trommeln und hatte das erste Mal in meinem Leben das innere Bedürfnis zu heilen und die Welt der Energie anderen näher zu bringen. Der logische nächste Schritt, war es meine Ausbildung zur Schamanin zu beginnen. Es fühlt sich an wie Heimkommen und alles was wir lernen, macht einfach Sinn. Dass man in der Natur meditiert und sich mit ihr verbindet, extrem entspannend. Dass man seine Beziehungen zu den Ahnen heilen soll und dann viel Kraft dadurch bekommt. Dass man mit Tieren kommuniziert und sich an ihrer reinen Seele erfreut. Seine Bestimmung finden und leben. Wieviel Wissen noch bei den Naturvölkern verborgen ist, das wir entdecken und wertschätzen sollten. Und dass wir wirklich alle eins sind ist nicht nur ein Kalenderspruch, das weiß ich jetzt.

Jedenfalls musste ich eine Lösung finden, wie ich meine ganzen neuen Ansprüche in einen Beruf verpacken kann, von dem ich auch noch leben kann und der mit Kindern gut vereinbar ist. Ich ging in meinem alten Grätzel rund um den 7. spazieren und suchte nach einem schönen, alten Geschäftslokal, mit Holzportal und hohen Decken. Monatelang telefonierte ich immer wieder Hausverwaltungen und Maklern hinterher, weil die schönen Lokale nie im Internet landen, zu viel Nachfrage.

Dann fand ich die Piaristengasse 18, ein wunderschönes, aber zu großes Geschäftslokal in einem Jugenstilhaus im 8. Ich präsentierte den Besitzern ein Konzept, bekam den Mietvertrag, suchte Leute zusammen und verteilte die 200m² auf einen kleinen, feinen Co-Working-Space mit 4 Plätzen, einen Meetingraum, einen Showroom, der jetzt derzeit als Gallerie fungiert, weil ich so viele tolle Künstlerinnen fand, ein Yoga-Studio mit einem 62m²-Raum und last but not least einem Behandlungsraum, in dem ich als Schamanin arbeiten möchte und sich auch andere Therapeuten einmieten können.

Ich kann als Mutter jeden Tag nur zwischen 8.00 und 15.00 arbeiten, aber ich werde mein Bestes geben um einen Happy Place zu gründen und am Laufen zu halten, an dem Design, Fotografie, Kunst, Yoga, Healing, nachhaltige Produkte und Workshops ihren Platz finden. Wir haben uns nach langer Suche für den Namen "Across the Universe" entschieden und mein Krafttier, den Adler im Logo. Weil wir hier unser eigenes schönes Universum gründen und unsere Ideen Flügel bekommen sollen.

Ich finde, es sollte auch mit zwei Kindern möglich sein, eine Vision zu suchen und umzusetzen. Wenn man keinen kinderkompatiblen Job findet, muß man sich seinen Traumjob eben selber erschaffen.

Es gibt schon ein paar dementsprechende Netzwerke, aber ich würde mir für diese Aufgabe noch mehr Unterstützung in der Gesellschaft wünschen. Ich und einige andere unseres Universums sind zum Beispiel bei den Wiener Wunderweibern, einer Facebook-Gruppe, in der sich 7000 Frauen miteinander vernetzen. Auf dass es noch mehr solche Netzwerke gibt, sich alle gegenseitig helfen und wir unsere ganzen Ausbildungen nicht nur zum Spaß machen, sondern in der Form verwenden können, die zu unserer Work-Life-Balance passt!

Christina Goebl,
Gründerin von "Across the Universe"